DDR aus der Kinderperspektive

Meine Kindheit in der DDR

Isabelle, geboren April 1982 in Sachsen Anhalt.

Schule:Ich war Jungpionier, und hatte mein blaues Halstuch, darauf war ich total Stolz und hatte mich schon total drauf gefreut eeeendlich das Rote Halstuch zu bekommen, das bekam man dann in der 4. Klasse, aber dann…..kam ja alles ganz anders, die Mauer fiel🙂

Der Stolz auf das Land wurde den Kindern also auch bereits in der Schule eingebrannt, ich würde fast sagen, wir wurden echt gut manipuliert. Die Lehrer hatten dabei natürlich auch ne wichtige funktion, nicht nur der Lehrer auch die kinder zu guten und stolzen Pionieren zu erziehen war ihre aufgabe.

Jeden Morgen vor Unterrichtbeginn, mussten wir quasi vor dem Lehrer salutieren und uns mit dem Pioniergruß begrüßen. Das war ein festes Ritual, manchmal haben wir sogar noch ein schönes Lied gesungen…was natürlich die DDR und das wunderbare Leben als Pionier verherrlichte.

Dann gab es regelmäßig Apelle in der schule, also quasi eine feierliche Zusammenkunft auf dem Schulhof, da wurde gesungen…besonders gute Pioniere bekamen Auszeichnungen für irgendwelche tollen Leistungen oder Taten😉 Ich kann mich erinnern ich hatte auch mal einen wunderschönen Anstecker bekommen für das Pionierhemd oder so, und ich war wieder so stolz!

Zu besonderen und feierlichen Anlässen mussten wir natürlich unsere Pionieruniform anziehen mit Halstuch und allen drum und dran😉

Zu DDR zeiten war auch samstag schule, aber nur die ersten 3 stunden, was wirklich toll war und wir hatten 8 oder 9 Wochen Sommerferien😉

Ferien: Meine schwester ist in den ferien oft in ein Ferienlager gefahren.  Vielleicht war ich noch zu jung. Dort wurden die Kinder auch sehr oft Sport getrimmt, denn Sportlichkeit war sehr wichtig in der DDR und sportlich gute Leistungen hoch angesehen. Ich glaube meine Schwester hatten sie auch im Auge als Ruderin, weil sie da den perfekten Körper für hatte, und eine sehr sportliche Figur.

Versorgung: Das gewisse Produkte wirklich nicht reichlich vorhanden waren, ist mir natürlich nicht weiter aufgefallen, ich kannte es ja nicht anders. Wenn es zu Weihnachten dann Apfelsinen und Bananen oder so gab, war das toll, und ich hab mich darauf gefreut, aber es fehlte mir natürlich nicht.

Schöne Klamotten waren Mangelware, ich hab sowieso immer nur die abgetragenen Sachen von meiner Schwester „geerbt“…sehr schön😉

Die Kirche und Religionen waren nicht sehr angesehen. Man durfte nicht in der Kirche sein wenn man in der Partei war. Mein Vater hat für die Partei gearbeitet und darum war Kirche auch Tabu. Ich weiß noch, ich wollte unbedingt in die „Christenlehre“ in der Kirche, weil dort viele schulfreunde von mir auch hingingen, aber ich durfte nicht, weil mein Vater in der Partei war.

 Aber sonst kann ich nicht mehr viel sagen.  Ich war klein und ich hab nichts vermisst. Ich wurde geboren in der DDR. Der große Unterschied wurde mir dann erst nach der Wende deutlich.

Über richterb

Curriculum Leader of Modern Foreign Languages @ Tile Hill Wood School and Language College in Coventry, UK.
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